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maro
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 2692
Wohnort: N48°204014 E16°344988

BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 13:13:28 
Titel: Munition für Deby...
Antworten mit Zitat

Zitat:
Frankreich soll Tschad 16 Tonnen Munition geliefert haben
zurückDie französische Armee hat die tschadische Regierung des Präsidenten Idriss Deby im Kampf gegen vom Sudan unterstützte Rebellen offenbar stärker unterstützt als bisher bekannt.

Frankreich habe dem Tschad unter anderem in den vergangenen Tagen 16 Tonnen Munition geliefert, berichtete die regierungsnahe konservative Pariser Tageszeitung "Le Figaro" unter Berufung auf diplomatische Kreise. Das gehe weit über die in dem Militärabkommen beider Länder vereinbarte "logistische Unterstützung" hinaus.

Nach Informationen der katholischen Zeitung "La Croix" hat Frankreich die Hilfe des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi in Anspruch genommen und die Munition aus Libyen einfliegen lassen. "Es war eben doch gut, dass wir Gaddafi im Dezember (in Paris) empfangen haben", zitiert das Blatt einen französischen Diplomaten. Eine Eingreiftruppe, die vor einigen Wochen in den Tschad entsandt worden sei, habe die Kämpfe gegen die Rebellen außerhalb von N'Djamena "koordiniert".

Französische Sondereinheiten hätten außerdem bei der Verteidigung des Flughafens Stellungen der Rebellen beschossen.



Eines ist jetzt eindeutig.

Frankreich tritt in diesem innerstaatlichen Konflikt nicht neutral auf.
Kann es gar nicht. Es gibt Kräfte, die wenn sie an die Macht kämen die Franzosen sofort zum Abzug auffordern würden. Mit Deby steht und fällt Eprevier und auch das UN-Mandat für EUFOR TSCHAD/RCA.
Die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik ist inexistent bzw. wird nach Bedarf ignoriert - kommt aufs selbe raus.


Auch der Pilz ist lesenswert:

Zitat:


Tschad-Einsatz: Operation Sonnenbrand?
EU und Österreich müssen schnell aus dem Tschad-Mandat lernen - Ein Kommentar der anderen von Peter Pilz
"Unser Hauptproblem wird die Sonne sein." Noch vor wenigen Wochen war sich der Oberst, der die österreichischen Soldaten im Tschad kommandiert, sicher: Die größte Bedrohung ist der Sonnenbrand. - Inzwischen wissen Oberst und Minister, dass sie ein paar weitere Probleme unterschätzt haben: Aufklärung, Ausrüstung, Rebellen, Frankreich, die EU ....

Aufklärung. Das Vorauskommando wurde im Hotel Kempinski in N'Djamena von den einrückenden Rebellen überrascht. Das Bundesheer operiert im Tschad blind. Es verfügt über keine Luftaufklärung und keine Aufklärung durch einen Nachrichtendienst. Wenn 200 Pickups mit Rebellen anrücken, wissen die Franzosen alles und die Österreicher nichts.

"Aber die Franzosen werden uns alle Informationen geben." Das war das Versprechen von Minister und Führungsstabschef im Verteidigungsausschuss. Wie alle Tschad-Versprechen war es ohne Substanz.

Sollten die österreichischen Soldaten ihr Einsatzgebiet im Osten des Tschad erreichen, dann werden sie in einem Gebiet in der Größe Niederösterreichs Patrouille fahren. Sie wissen nicht, was hinter dem nächsten Hügel kommt. Sie fahren einfach drauf los.

Ausrüstung. Ohne Hubschrauber und Flugzeuge gibt es keine Luftaufklärung. Aber in Wien kam man erst Wochen nach der Entscheidung für den Einsatz darauf, dass die österreichischen Hubschrauber nicht wüstentauglich sind. Der Rest des Materials reicht für den Balkan. Für Afrika war das Bundesheer nie gerüstet.

Rebellen. Die drei großen Organisationen der Rebellen haben sich vereint. Ihr Aufmarschgebiet ist der Einsatzraum der Österreicher. Die Lage pendelt zwischen "instabil" und "außer Kontrolle". Das gilt für den Tschad und für den Minister. Monatelang hat Norbert Darabos den Tschad für "stabil" erklärt. Jetzt hat sich die Realität als stärker erwiesen.

Frankreich. Mit der Aktion "Epervier" garantiert Frankreich den militärischen Beistand für den Diktator in N'Djamena. Seit Tagen bemüht sich der französische Außenminister um ein Mandat von UNO oder Afrikanischer Union. Frankreich ist Epervier und EUFOR. Die österreichischen Soldaten stehen im Tschad unter französischem Kommando. Von Aufklärung über Logistik bis zu operativen Befehlen hängen sie von Frankreich ab. Demnächst ist Frankreich Partei im Krieg. Und Darabos hat kein Recht mehr, die Austro-Soldaten zurückzubeordern.

EU. Die Union hat Frankreich leichtfertig das Tschad-Mandat ausgestellt. Von Anfang an waren politisches Risiko und politisches Kalkül klar. Die Warnungen aus dem EU-Parlament wurden ignoriert. Das war das politische Versagen. Dahinter steckt ein Entwicklungsproblem. Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU ist einfach noch nicht so weit. Das Getöse rund um die Papier-Battlegroups übertönt eine Realität ohne Hubschrauber und ohne Feldlazarette. Kinderschuhe sind eben keine Militärstiefel. Die französische Regierung hat dieses Vakuum auf Kosten der EU genützt. Niemand hat sie dabei gehindert.

Glaubwürdigkeit. Ein Verteidigungsminister muss sich hüten, auf der argumentativen Ebene seiner populistischen Gegner von Heinz Christian Strache bis Peter Westenthaler zu landen. Genau das ist Norbert Darabos in seiner Unsicherheit passiert. Bis heute verstehen er und auch Kommentatoren wie Thomas Mayer ("Grüne Heuchler", Standard, 5. 2.) nicht, dass gut gemeint nicht automatisch gut gemacht ist. Menschliches Engagement ist Voraussetzung, aber nicht Ersatz für sachliche Kompetenz - gerade wenn es um militärische Einsätze geht.

Verantwortungslosigkeit

Vor diesem Hintergrund hat der österreichische Verteidigungsminister verantwortungslos gehandelt. Er hat die Soldaten fahrlässig einer unverhältnismäßigen Gefahr ausgesetzt. Er weiß längst, dass er irgendwie aus dem Tschad-Mandat aussteigen muss. Aber er hat gemeinsam mit seinen europäischen Kollegen etwas Schlimmeres getan: Er hat zukünftige Mandate der EU beschädigt. Nach dem Schlamassel im Tschad werden sich Regierungen wie die in Wien noch weniger trauen, an neuen Mandaten in Afrika teilzunehmen.

Diese Mandate werden kommen. Afrika wird der Kontinent der politischen Krisen und humanitären Katastrophen bleiben. Die Menschen in Staaten wie dem Tschad haben ein Recht auf Hilfe durch die, die dazu imstande sind.

Daher müssen EU und Österreich schnell aus dem Tschad-Mandat lernen. Die EU braucht eine gemeinsame Militärpolitik und Zugriff auf Einheiten, die Mandate schnell und sicher erfüllen können. Voraussetzung dafür ist eine gemeinsame Außenpolitik. Die kann nur funktionieren, wenn ihre Grundlagen - die klaren völkerrechtlichen Mandate - außer Frage stehen und Entscheidungen mit Mehrheit getroffen werden können.

Österreich hat im Kosovo und in Bosnien gezeigt, wie man militärisch und kulturell gut vorbereitet Frieden schafft und sichert. Mit der Unabhängigkeit des Kosovo wird das österreichische Mandat verstärkt werden müssen. Dazu muss der politische Konsens über die UN-Einsätze, den Darabos mutwillig zerbrochen hat, wieder hergestellt werden. Wenn aus den Fehlern im Tschad gelernt wird, sind wir dazu bereit. (DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2008)


Gnaz selten aber doch deckt sich Pilzens Hang zum Populismus und Aufdeckertum mit der Faktenlage und dann kommt ganz brauchbares von ihm....
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Eurofighter Typhoon Die modernste Technik ist doch nicht blöd, Mann!
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Martin Rosenkranz
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Chivas
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 14:46:10 
Titel:
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Soso, Österreich hat also in Bosnien und im Kosovo Frieden geschafft.
Na, wenn der Pilz das sagt... Und ich Dummerchen hab immer geglaubt, diese Kriege wären deswegen aus, weil die USA die Serben mit Luftschlägen zum Aufgeben ihrer Aggression gezwungen haben.
Aber dank Peter Pilz lernt man Geschichte immer wieder neu - unsere paar SFOR-Laster haben Frieden geschafft, fein!
wall
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Viper
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 8981

BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 17:01:45 
Titel: "mit Deby steht und fällt das UN Mandat...?"
Antworten mit Zitat

also so ist es nicht zu lesen, meiner Meinung nach.

Im UN Mandat geht's unter anderem um territoriale Integrität des Chad, die Regierung etc. nicht um Deby ad personam..

Bei aller Kritik, richtig, Frankreich ist nur bedingt "neutral", ABER es gibt ein UN Mandat. Und Frankreich hat bis jetzt sehr zurückhaltend reagiert, was Deby betrifft, bis zu dem Punkt, an dem man angeblich Deby die Ausreise vorgeschlagen hat französischerseits.....

Gerade in Österreich sagen alle immer wieder, wenn Österreich wo mitmacht, dann NUR mit UN Mandat...

So, jetzt gibt es eins, mit allen Unzulänglichkeiten und der verworrenen Situation, die bei bei so lange schwelenden Konflikten unausweichlich sind.

Aber jetzt meinen Einige in Österreich, das UN Mandat sei vielleicht nicht "neutral" genug....

Wie hätt man es jetzt denn gerne, bitte?

JETZT, wo's brenzlig wird, meinen manche in Österreich plötzlich gescheiter als der UN Sicherheitsrat zu sein, besonders jene Politiker, die wahrscheinlich bis vor Kurzem den Tschad nicht mal auf der Landkarte gefunden hätten, geschweige denn eine Ahnung gehabt haben davon..
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Prometheus
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Anmeldungsdatum: 21.09.2006
Beiträge: 3779

BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 17:15:56 
Titel:
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viper muss ich da schon bezüglich des UN-Mandats zustimmen.
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"I only regret that I have but one life to lose for my country."
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"you cannot be neutral between democrat and dictator, you can't be neutral between right and wrong."
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Frank
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 20:22:08 
Titel:
Antworten mit Zitat

viper hat mit obiger posting recht.

das ganze ist das uebliche kasperl theater das man von den (meisten) oesterreichischen politikern und regierungen leider erwarten muss/kann.
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Viper
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 8981

BeitragVerfasst am: Fr Feb 08, 2008 21:10:02 
Titel: der Ortner spricht
Antworten mit Zitat

in seinem Kommentar in der "Wiener Zeitung" die Medienhype der letzten Tage an..


http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4402&Alias=wzo&cob=327161
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hakö
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Beiträge: 1293
Wohnort: liebenberg im waldviertel

BeitragVerfasst am: Sa Feb 09, 2008 06:55:55 
Titel:
Antworten mit Zitat

Frank hat folgendes geschrieben:
viper hat mit obiger posting recht.

das ganze ist das uebliche kasperl theater das man von den (meisten) oesterreichischen politikern und regierungen leider erwarten muss/kann.

de ganze geschichte hat den anschein,als ob unsere politiker die UN-papierln zwar gelesen ,aber nix davon verstanden haben.
als sie zu dem punkt "flüchtlinge beschützen" gekommen sind haben sie im gutmenschenreflex begeistert "au,ja,das ist gut,das machen wir"gerufen und alles weitere an planung und vorbereitung in die lade"des wird scho irgendwie gehn" gesteckt.
und jetzt,wo sie mit der realität konfrontiert werden,ist auf einmal die EU,die UN und vielleicht auch a bissl der böse haider schuld dran, dass nix so funktioniert,wie wir uns das gedacht haben.
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Georg MADER-JDW
int. Luftfahrtjournalist
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Anmeldungsdatum: 25.07.2004
Beiträge: 1033
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Sa Feb 09, 2008 22:14:22 
Titel: Re: PROFIL auch
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Viper hat folgendes geschrieben:
in seinem Kommentar in der "Wiener Zeitung" die Medienhype der letzten Tage an...

PROFIL fasst das Ganze Tschad-Deployment als "so etwas wie ein politikwissenschaftlicher Schnellsiedekurs zum Thema 'Stabilität in Afrika'" auch umfassend zusammen:

http://www.news.at/articles/0806/560/196908.shtml

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Georg MADER -- Korrespondent von Jane's Defence Weekly / MILITARY-TECHNOLOGY
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Viper
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 8981

BeitragVerfasst am: Sa Feb 09, 2008 22:42:19 
Titel: naja,
Antworten mit Zitat

kann wohl sein, dass ich zu hohe Ansprüche stelle, aber was das "profil" betrifft, der Artikel liest sich so, als ob der "profil" Redakteur selbst gerade einen Schnellsiedekurs in Sache Tschad gemacht hätte..

Allein das Material, das hier auf "airpower" zum Thema liegt, hat weit mehr Gehalt als irgendwas, was ich in österreichischen Medien bis jetzt zum Thema gelesen habe..

hätt hier auf "airpower" sich g'scheit machen sollen, wenn er oder sie schon nicht selbst vor Ort recherchieren...,

Aber gut, nehm an die wissen, was bei ihrer Leserschaft ankommt, naja, und jetzt kann man sich in etwa ausmalen, wenn z.B. "profil" ein Medium wäre, das unsere Entscheidungsträger in der Politik lesen, und als bare Münze nehmen, warum die politischen Entscheidungen bei uns so unterdurchschnittlich sind...

Nein, mit seriöser Analyse hat dieser "profil" Artikel nicht mal im Entferntesten zu tun...

Ich hab langsam auch das Gefühl, dass den meisten Menschen im Land, durchaus auch den Entscheidungsträgern, solche Sachen eh völlig egal sind, kann wohl sein, dass nur eine Minderheit wie wir hier, uns mit einer solchen Problematik zumindest alle versuchen ernsthaft und redlich zu beschäftigen..

gelingt auch nicht immer, aber wir versuchen's zumindest, und das hat schon einen Wert an sich in einer offenen und freien Gesellschaft..

und kann auch sein, dass die wirklichen Probleme heutzutag gar nicht mehr von kommerziellen und traditionellen Medien mehr bedient werden können, weil die ja nur mehr quotensteigernde "soundbites" auf unterschiedlichem, und meist schlechtem Niveau liefern..
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