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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 23:14:52 
Titel: Fallschirmspringer im Tschad
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Auf der BH-Homepage sind im Tschad-Tagebuch Fotos von Fallschirmabsprüngen des Jagdkommandos.

http://www.bundesheer.at/ausle/eufor_tschad/artikel.php?id=2375

Da ich kein Spezialist für Sondereinsätze bin, stelle ich die Frage in den Raum, welchen Sinn es macht, bei einem solchen Einsatz Kommandokräfte mit dem Schirm abspringen zu lassen. Kommt mir persönlich etwas riskant vor, ist aber zugegebenermaßen schneidig.

Hat dazu jemand eine Meinung ?
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devaster
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Anmeldungsdatum: 15.09.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 14:57:28 
Titel:
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Hallo,

springen die unbewaffnet oder ist das STG irgendwie unterm Fallschirm verpackt ?

Unbewaffnete Falschirmabsprünge im Tschad wären in der Tat sehr mutig. (würden aber zum Friedensministerium passen ) biggrin

mfg Dev
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CaptainMaxwell
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Anmeldungsdatum: 05.02.2005
Beiträge: 2618
Wohnort: Maxwell AFB, AL

BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 15:28:51 
Titel:
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devaster hat folgendes geschrieben:
springen die unbewaffnet oder ist das STG irgendwie unterm Fallschirm verpackt ?

Unbewaffnete Falschirmabsprünge im Tschad wären in der Tat sehr mutig. (würden aber zum Friedensministerium passen ) biggrin


Sieht schon aus als wären sie unbewaffnet; werden aber wohl kaum mitten ins Milizencamp springen.
War das nicht mal so dass ohnehin nur mit Pistole oder MP gesprungen wurde und dann die "echten" Waffen aus den mitgeworfenen Crates genommen wurden - von wegen Verletzungsrisiko und so?
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Er ist möglicherweise schlecht informiert, ungenau, stur, wirr, ignorant, vielleicht sogar abnormal dumm aber
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 15:36:00 
Titel:
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Die springen scheinbar unbewaffnet, und ich seh auch ausser dem Fallschirm keine anderen Rucksäcke oder Gepäckstücke.

Das ganze scheint direkt über Abeche stattzufinden, im Rahmen einer Übung. Scheinbar bereitet man sich darauf vor, später mal "im Ernst" abzuspringen.

Taktisch würde das zb. im Falle einer Geiselbefreiung Sinn machen, da es nachts in der Wüste kaum etwas leiseres gibt als einen Gleitschirm.

Interessanter, aber nicht ungewöhnlich, finde ich das dies nicht eine unserer Herkules ist, sondern offensichtlich eine französische Transall.

Zusammenfassend kann man also sagen, man übt mit anderen Streitkräften für eventuelle Lufttransportaktivitäten, die nämlich auf das jeweilige Transportmittel abgestimmt sein müssen.

Maxwell, da unsere keine geeigneten Frachtschirme für große Höhen haben (und bei der Skyvan scheinbar auch nur "im Eigenbau" aus tiefen Höhen das verwendet haben) gibts bei einer Gleitschirm-Infiltration keine Gepäckkisten. Sieh dir mal in Zeltweg das lebensgroße Modell eines "Fernspähers" in voller Ausrüstung an, mich wundert das die noch ins Flugzeug kraxeln können.
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Robert T
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Anmeldungsdatum: 25.07.2004
Beiträge: 447
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 08:05:23 
Titel:
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Per Gleitschirm landen die Fernspäher des JaKdo völlig unbemerkt - z.B. auf Häuserdächern - in unmittelbarer Nähe zum Ziel. Das Flugzeug kann in großer Entfernung unauffällig am Ziel vorbeifliegen.

Vielleicht nutzt man auch einfach die Gelegenheit für einen Absprung, da die Maschine aufgetankt am Rollfeld stand. In Österreich ist es ja mittlerweile nicht mehr so einfach in Routine zu bleiben.
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BSLion
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Anmeldungsdatum: 25.04.2007
Beiträge: 309
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 10:12:19 
Titel: @ NIKOLAUS
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Zitat:
Da ich kein Spezialist für Sondereinsätze bin, stelle ich die Frage in den Raum, welchen Sinn es macht, bei einem solchen Einsatz Kommandokräfte mit dem Schirm abspringen zu lassen


Zunächst einmal: Die gezeigten Sprünge sind natürlich gedacht um a) in Übung zu halten, b) das taktische Absetzverfahren aus einer C-160 TRANSALL der französichen Streitkräfte zu trainiren und c) das französiche Springerabzeichen zu erhalten.

Zu Deiner Frage möchte ich wie folgt antworten:

Es macht ABSOLUT Sinn Spezialkräfte bei solch einem Einsatz vertikal zu verbringen, wenn taktische Zwänge dies erforderlich machen.

Es ist anzumerken, dass vertikale Verbringung innerhalb eines Einsatzraumes wie des Tschad, aller Voraussicht nach des Nachts stattfinden wird. Auf Grund der Größe des Operationsgebietes können so Entfernungen wesentlich schneller und sicherer überwunden und Aufklärungsergebnisse aktueller erzielt werden. Zur Durchführung dieser Aktionen gehört sorgfältige Planung und neben Infiltartion selbstverständlich Exfiltration. Bei der Exfiltration ist das österreichische Jakdkommando allerdings auf französische Unterstützung angewiesen, sollte diese auf dem Luftweg erfolgen (z.B. Hubschrauber).

Ich werde ein allgemeines Beispiel (ohne Quellenangabe) zum derzeitigen Afghanistaneinsatz der Bundeswehr nordöstlich von Kunduz anführen.

Fernspähkräfte des KSK wurden im Nachtsprung 40 km vom eigentlichen Zielort entfernt, des nachts mit neuen GPS-gesteuerten Gleitschirmen abgesetzt. Zusätzlich verbracht wurden GPS-gesteuerte Lastfallschirme (einsatzbedingter Sofortbedarf). Auf Grund von Aufklärungsergebnissen der RECCE-TORNADOS und Radarsatellitenbildern wurde entschieden, den Zielort zu infiltrieren und aufzuklären, um durch "Human Intelligence" die Aufklärung zu diversifizieren und zu bestätigen (keine Angabe zu Anzahl der eingesetzen Kräfte).

Die Kräfte verblieben vor Ort. Nach Bestätigung wurden Fallschrimjäger nachgeführt und das Ziel ausgehoben.
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BSLion
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 10:13:30 
Titel: @ NIKOLAUS
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Zitat:
Fernspähkräfte des KSK wurden im Nachtsprung 40 km vom eigentlichen Zielort entfernt


Mist, vertippt. Es waren 20 km. Sorry.
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Helmut
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Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 11:38:57 
Titel:
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Hat irgend jemand eine Idee warum die eine Seite des Rollensystems am Frachtraumboden so seltsam aussieht (alle Rollen wechselweise verkantet...)?
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BSLion
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Beiträge: 309
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 12:44:30 
Titel:
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@ HELMUT

Zitat:
Hat irgend jemand eine Idee warum die eine Seite des Rollensystems am Frachtraumboden so seltsam aussieht


Ich bin mir nicht ganz sicher, könnte aber mit dem sogenannten AFRIKAVERFAHREN zu tun haben, d.h. um zu verhindern, dass die Frachtpaletten bei diesem Absetzverfahren seitlich ausbrechen. Ist aber nur eine Vermutung.

Irgendwo habe ich das schon gesehen. Ich versuche mich gerade zu erinnern wie es in der deutschen TRALL ausgesehen hat. Ist schon länger her.

Mal sehen, ob ich ein paar Infos erhalte.

Kann sich aber auch um C-160NG (Nouvelle Geneartion) aus den 80ern handeln. Ist eh einiges anders.
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Nikolaus
Gast





BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 16:13:51 
Titel:
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Ja ja, das ist schon alles klar, dass eine Annäherung in der Nacht per Schirmsprung sinnvoller ist als ein HS-Einsatz.

Meine Frage war eigentlich eher rhetorischer Art: Wir sichern da unten ein Flüchtlingslager und führen keinen Krieg. Ich verstehe schon, dass die Jagdkommandosoldaten in Übung bleiben wollen und dass es einfach geil ist, dort zu springen. Ich verstehe auch, dass es Sinn macht, Geiselbefreiungen zu üben, zumal man dort ja auch (meiner Meinung nach sinnloserweise) Spezialeinsatzkräfte hinuntergeschickt hat. Wenn schon, denn schon. Ich gönne auch jedem diesen Einsatz, der für österreichische Verhältnsse paradiesische Möglichkeiten zur Betätigung bietet.

Nur verstehe ich bitte die Informationspolitik des BMLV nicht. Ich habe bisher so gut wie keine Bilder vom eigentlichen Auftrag gesehen, sondern immer nur Fotos vom drumherum (Mechaniker bei der Arbeit, Spezialeinsatzkräfte beim Fallschirmspringen, Sanitätskräfte im Spital, ein Ministerbesuch,...). Was ist jetzt eigentlich mit diesem Flüchtlingslager ? Wie wird der Auftrag durchgeführt ? Wie schützt man diese Personen ?
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CHH
int. Luftfahrtjournalist
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Anmeldungsdatum: 26.07.2004
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 09, 2008 23:12:33 
Titel: Also ich lese da immer das gleiche, ...
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nämlich durch offensichtliche Präsenz der EUFOR-Einheiten wird marodierenden Banden und irgendwelchen "Rebellen" der Spaß am Rumballern getrübt.

Wer Bilder dieser "Lager" gesehen hat, weiß da gibt´s keinen "Zaun" rund´rum, den man schützen könnte. Dort gibt´s nur irgendwelche notdürftige Hütten, wo Menschen drinnen wohnen und Verteilzentren der Hilfsorganisationen; die Einheimischen sind total sauer auf die Flüchtlinge, weil die internationale Unterstützung mit Lebensmitteln bekommen, während die einheimische Bevölkerung sich weiter ohne Unterstützung durchg´fretten muß.

Zumindest bisher ist die Sache ja eine echte Erfolgsgeschichte; ist noch von keinem nenneswerten Zwischenfall berichtet worden; ich denke den ehemaligen "Rebellen" ist die Lust auf einen "Tanz" mit den EUFOR-Truppen gründlich vergangen.
Der Feldzug gegen Debry ist gescheitert (warum auch immer), damit war die Chance auf einen Umsturz verpaßt.

Wir sprechen drei Jahre nach Abzug der EUFOR/UNO-Truppen/OAU-Soldaten weiter.....
_________________
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)
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martinsberg
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: Sa Mai 10, 2008 09:08:08 
Titel:
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Ja, Bilder von den Operationen wären super! Und die Einsatzbefehle als PDF zum Runterladen, am besten schon ins Französische übersetzt, damit die Rebellen gleich mitlesen können. Die etwas stark gebräunten Herren da unten können auch im Internet surfen!

Zum Gelände: Das ist im Grenzgebiet stark gegliedert - hügelig bis gebirgig - damit ist die Bewegung des Gegners stark eingeschränkt bzw. kanalisiert. Diese Gegebenheiten erleichtern die Überwachung und Sperre des Geländes mit geringen personellen Mitteln - Spezialeinsatzkräfte - erheblich. Die Überwachung von Bewegungslinien, Brunnen, Wasserstellen etc. durch Fernspäher und damit die Überwachung von hunderten Quadratkilometern durch nur geringe Kräfte wird damit möglich.
Während der Regenzeit wird die Bodenbeweglichkeit noch weiter eingeschränkt und die Luftbeweglichkeit gereicht den Eigenen weiter zum Vorteil.

Zum Springereinsatz: Für ein verdecktes Einsickern in den Einsatzraum ist der Einsatz von Fallschirmspringern im HAHO Verfahren durchaus zielführend. Auch die rasche, vorübergehende Verstärkung im Einsatz befindlicher Elemente wird dadurch möglich. Diese kann, im Gegensatz zu Hubschrauberanlandungen, weitgehend unbemerkt evtl. bei Nacht erfolgen.

Einzelfahrzeuge, kleine Trupps können durch die Kräfte dieses Überwachungsschleiers vernichtet werden, stärkere Feindkräfte werden an Eingreifkräfte weiter gemeldet bzw. weitergeleitet und von diesen in der Folge bekämpft und vernichtet. Auf diese Art und Weise kann mit relativ schwachen, rasch und flexibel einsetzbaren Kräften ein effektiver Raumschutz aufgebaut werden. Denn die Flüchtlingslager sind keine sauber aufgereihten Zelte mit Infrastruktur und Zaun rundum, sondern weitläufige Ansammlungen von improvisierten Behelfsunterkünften, in deren Umkreis die Flüchtlinge unterwegs sind um nach Dingen des täglichen Bedarfs zu suchen z.B. Baumaterial, Brennholz, Wasser, ...
Ein wirksamer Schutz der Flüchtlinge vor den Rebellen ist somit nur durch die Verhinderung des Einsickerns in den gesamten Grenzraum möglich.
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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 10, 2008 13:43:56 
Titel:
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martinsberg hat folgendes geschrieben:
Ja, Bilder von den Operationen wären super! Und die Einsatzbefehle als PDF zum Runterladen, am besten schon ins Französische übersetzt, damit die Rebellen gleich mitlesen können. Die etwas stark gebräunten Herren da unten können auch im Internet surfen!


Seltsamerweise schaffen es aber professionellere Armeen auch, Berichterstattung aus den Einsätzen zu bieten, ohne ihre Soldaten zu gefährden. Zu den Briten in Afghanistan gibt es z.B. unzählige Reportagen direkt von der Front.

Zur Erinnerung: Das da unten ist kein Krieg, sondern eine Sicherungsoperation.

Welchen Vorteil würde ein Rebellenführer aus der Information ziehen, dass die EUFOR mit Puch G Kreise ums Flüchtlingslager zieht ? Ist ihnen das bisher verborgen geblieben ?
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martinsberg
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: Sa Mai 10, 2008 23:02:39 
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Frage: Was hat eine professionelle Berichterstattung mit der Professionalität einer Armee zu tun? Wenn sich die Herrn Reporter zu schön sind bei so einer "Sicherungsoperation" dabei zu sein und in den Tschad zu fliegen, dann bleibt der Bildschirm eben finster.

Reportagen direkt von der Front, in Afghanistan? Frage: Wo verläuft die Front!

Es reicht wenn der Gegner die Berichterstattung auswertet und sich dadurch einen Vorteil verschaffen kann.

Sicherungsoperation: Actionmäßig gibt's da nicht viel zu sehen. Der Reporter berichtet dann nur in welchem Tal oder Wadi man sich gerade bewegt, was die Eigenen für Absichten haben usw. Das kommt dann zeitnah im TV und die Erkenntnisse fließen in die Lagekarte der Rebellen ein. Ergebnis: Sie können den eigenen Sicherungskräften ausweichen.

Frage: Wo her nimmst du die Weisheit, dass die EUFOR mit Puch G Kreise ums Flüchtlingslager fährt? Wozu brauch ich dann für so einen statischen Einsatz überhaupt Spezialeinsatzkräfte? Wozu brauch ich dann "Fallschirmjäger"?

Entschuldige, aber du siehst das alles ein bisserl naiv.
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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 10, 2008 23:23:19 
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Wie auch immer: Ich kann mir aus der auf der BMLV-Homepage gebotenen Information kein Bild des Einsatzes machen. Insbesondere kann ich die Bilder nicht in Zusammenhang mit der Sicherung von Flüchtlingen bringen.

Spezialeinsatzkräfte sind dort unten (in diesem Verhältnis zum Rest der Truppe) meiner Meinung nach eine Verschwendung.
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martinsberg
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Anmeldungsdatum: 13.03.2008
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BeitragVerfasst am: So Mai 11, 2008 08:34:38 
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Es ist übrigens nicht Aufgabe des BMLV oder des österr. Kontigents im Tschad die Informationspolitik der EUFOR zu gestalten, sondern des EUFOR Kommandos bzw. des zuständigen G5. Und das wird auch gemacht:

http://www.consilium.europa.eu/cms3_fo/showPage.asp?id=1366&lang=EN

Abgesehen davon hat der Mann, der jetzt S5 im österr. Kontingent ist auch an seiner Stammdienststelle nicht unbedingt durch seine Öffentlichkeitsarbeit geglänzt. Andere Verbände des Heeres sind medial wesentlich besser vertreten.
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Uwe
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 15:34:45 
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martinsberg hat folgendes geschrieben:

Abgesehen davon hat der Mann, der jetzt S5 im österr. Kontingent ist auch an seiner Stammdienststelle nicht unbedingt durch seine Öffentlichkeitsarbeit geglänzt.


Oh, wer wird denn gleich so persönlich werden!

Aber abgesehen davon spricht Nikolaus IMHO eine ganz zentrale Frage an: Wird dort unten wirklich ein sinnvoller Auftrag erfüllt, oder ist das nur eine Spielwiese (oder in dem Fall Spielwüste), damit ein paar Leute vom JaKo Einsatzerfahrung sammeln können. Wenn ich mir das Material anschaue, das vom BMLV geliefert wird, tippe ich eher auf Letztgenanntes. Mit umgebauten Puch G wird a la Long Range Dessert Group aufgeklärt und werden Fallschirmsprünge geübt.

Völlig richtig: Davon, was die Herren dort unten wirklich machen und wofür Österreich Millionen ausgibt, erfährt man nichts. So kann ich doch bitte keine Akzeptanz für einen (pseudo)humanitären Einsatz schaffen. Und das hat mit Sicherheit nix mit Geheimhaltung von Plänen vor den Rebellen zu tun. Man schaue nach auf www.mod.uk, wie da Berichterstattung aus weit heikleren Gebieten aussieht.
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 17:01:13 
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Uwe hat folgendes geschrieben:
Aber abgesehen davon spricht Nikolaus IMHO eine ganz zentrale Frage an: Wird dort unten wirklich ein sinnvoller Auftrag erfüllt, oder ist das nur eine Spielwiese (oder in dem Fall Spielwüste), damit ein paar Leute vom JaKo Einsatzerfahrung sammeln können. Wenn ich mir das Material anschaue, das vom BMLV geliefert wird, tippe ich eher auf Letztgenanntes. Mit umgebauten Puch G wird a la Long Range Dessert Group aufgeklärt und werden Fallschirmsprünge geübt.


Sorry, aber das was du dem Bundesheer (und letztlich der Politik) da zuschreibst, ist ein Schmarrn.

Was für Fotos oder Reportagen wollt ihr von da unten sehen? Die ganze Aufgabe der Truppe ist es im Endeffekt, durch die Gegend zu patroulieren und Präsenz zu zeigen rund um die Flüchtlingslager.

Das deckt sich genau mit den Fotos, die bisher veröffentlicht wurden. Was wollt ihr noch sehen?
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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 17:39:39 
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Helmut hat folgendes geschrieben:
Was für Fotos oder Reportagen wollt ihr von da unten sehen? Die ganze Aufgabe der Truppe ist es im Endeffekt, durch die Gegend zu patroulieren und Präsenz zu zeigen rund um die Flüchtlingslager.

Das deckt sich genau mit den Fotos, die bisher veröffentlicht wurden. Was wollt ihr noch sehen?


Z.B die Flüchtlingslager bzw. die Zustände in diesen. Bis auf den Besuch von Darabos und den damit verbundenen Fotos war das in der Berichterstattung völlig unerwähnt.

Weiters würde ich mir erwarten, dass zumindest irgendwelche Erfolge dokumentiert werden (z.B: verhinderter Übergriff etc.). Das kann man ja wohl problemlos machen, ohne die eigene Truppe zu gefährden. Das Geheimhaltungsargument halte ich für vorgeschoben. Selbst die Amerikaner haben ihre Embedded Journalists (natürlich wird da auch zensuriert) und dort wird wesentlich mehr im Detail berichtet, anscheinend ohne die eigene Truppe zu gefährden.
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 17:47:03 
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Die Fotos aus den Flüchtlingslagern sind wenig spektakulär... lauter einzelne Zelte bzw. Hütten in langen Reihen. Fertig.

"Erfolge" vermelden wird schwierig; wenn allein die Präsenz der Soldaten Übergriffe verhindert, kannst du schwerlich konkrete abgewehrte Angriffe melden.

Die Polizei meldet ja auch nicht wie viele Straßenraubüberfälle NICHT stattgefunden haben weil sie Streife gehen.

Ich glaube du stellst dir das da unten irgendwie spezieller und aufregender vor als es ist.
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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 17:48:53 
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Helmut hat folgendes geschrieben:
Ich glaube du stellst dir das da unten irgendwie spezieller und aufregender vor als es ist.


Ja, mag sein.

Aber man könnte doch z.B. zeigen, dass die Präsenz dazu geführt hat, dass es bisher keine Übergriffe gab (im Gegensatz zu vorher). Ist doch ein toller Erfolg.
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Uwe
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 18:00:03 
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[quote="Helmut]Sorry, aber das was du dem Bundesheer (und letztlich der Politik) da zuschreibst, ist ein Schmarrn.[/quote]

Ja, ich unterstelle der Politik, dass sie das Bundesheer in einen Einsatz geschickt hat, unter dem Vorwand, man müsse da "humanitäre" Waffenhilfe leisten. Der allerdings einen höchst fraglichen Nutzen hat. Wie hier schon richtig gesagt wurde: Wir sprechen weiter, wenn die Eufor wieder weg ist.

Und dem Bundesheer unterstelle ich, dass es die Gelegenheit nutzt, dem JaKo Einsatzerfahrung zu verschaffen. Mag legitim sein, aber ist in meinen Augen schon ein ziemliches Kasperltheater.
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 18:09:22 
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Nikolaus hat folgendes geschrieben:
Aber man könnte doch z.B. zeigen, dass die Präsenz dazu geführt hat, dass es bisher keine Übergriffe gab (im Gegensatz zu vorher). Ist doch ein toller Erfolg.


Wie zeigst du etwas, das nicht passiert ist? Erwähnt wird es doch am Rande in den Tagebüchern, oder?

Uwe hat folgendes geschrieben:
Ja, ich unterstelle der Politik, dass sie das Bundesheer in einen Einsatz geschickt hat, unter dem Vorwand, man müsse da "humanitäre" Waffenhilfe leisten. Der allerdings einen höchst fraglichen Nutzen hat. Wie hier schon richtig gesagt wurde: Wir sprechen weiter, wenn die Eufor wieder weg ist.


Die Logik ist doch bitte einfach: In einer Stadt ohne Polizei wird mehr geklaut als in einer Stadt mit Polizei.

Wenn da unten jetzt bewaffnete Soldaten die Camps bewachen, führt das automatisch zu einer Reduktion von Übergriffen, Diebstählen und auch rekrutieren können die Rebellen nicht mehr in den Lagern. Das nennst du einen "fraglichen Nutzen"?

Solange Dafur nicht gelöst ist, wird das langfristig natürlich nix bringen. Aber fürs erste bringt es den Menschen da unten Sicherheit.

Uwe hat folgendes geschrieben:
Und dem Bundesheer unterstelle ich, dass es die Gelegenheit nutzt, dem JaKo Einsatzerfahrung zu verschaffen. Mag legitim sein, aber ist in meinen Augen schon ein ziemliches Kasperltheater.


Du denkst wirklich lustig. Das Bundesheer hat einen Auftrag der Politik erhalten und führt diesen mit den geeigneten Mitteln aus. Da es da unten rauher zugeht als zb. im Kosovo, ist es natürlich das man die besseren Leute schickt - also das JaKo. Die 25er und sonstige Kiops sind eh anderswo beschäftigt.

Oder meinst du der Höfler hat dem Minister einen Brief geschrieben und um einen Spielplatz für für sein Jagdkommando gebettelt, worauf Darabos natürlich sofort 25. Mio. abdrückt um den Wunsch nachzukommen?
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Nikolaus
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 18:23:16 
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Dieser Einsatz ist rein politisch motiviert (außenpolitisches Renommee zur Erlangung eines Sitzes im Sicherheitsrat). Damit schleimt man sich nebenbei auch bei Frankreich ein, das im Prinzip der einzige Profiteur des Einsatzes ist und seinen Einfluss in der Ex-Kolonie sichert.

Für die EU bedeutet der Einsatz einen niedrig-invasiven Start der gemeinsamen Sicherheitspolitik. Ein Einsatz mit relativ geringem Risiko, überschaubaren Kosten und einem irgendwie verkaufbaren Nutzen ("Humanitäre Invervention").

Die humanitären Gründe sind natürlich richtig, aber das könnte ich faktisch jedem Einsatz in einem Drittweltland zuschreiben.

Nichts desto trotz verbessert sich die Lage der Flüchtlinge dadurch, was zu begrüßen ist. Nur stellt sich halt die Frage, ob der Nutzen von längerfristiger Dauer ist. Und hier bin ich sehr skeptisch.

Im übrigen finde ich es interessant, dass die vor Ort eingesetzten zivilen Helfer die Situation nicht annähernd so dramatisch sehen, wie sie uns verkauft wurde.
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Uwe
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Anmeldungsdatum: 02.08.2004
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 19:34:49 
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Nikolaus, Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Oder doch, ein bisschen Geschichte noch:

NGOs waren und sind über die meisten militärischen "humanitären" Einsätze nicht begeistert, weil hier eine Vermischung stattfíndet, die ihnen ihre Arbeit als Neutrale sehr erschwert.

Und da, wo es in den letzten Jahren in Afrika wirklich gebrannt hat, war weit und breit keine Schutztruppe in Sicht: In Ruanda zB wurden zum Beginn des Völkermordes die meisten UN-Soldaten abgezogen. Die wenigen, die noch geblieben sind, haben ihr Möglichstes versucht, erst als die Franzosen nach Wochen eingegriffen und eine Schutzzone errichtet haben, hörte das Morden auf. Aber da wars schon zu spät.

Oder Somalia: Das war militärisch ein Debakel und ist es seither humanitär.

Und glaubt man, die Situation im Tschad verbessern zu können, ohne das Sudan-Problem zu lösen?

Und was "den Brief vom Höfler an den Minister" angeht. Natürlich hat er keinen geschrieben. Aber man nützt nun die Gelegenheit für das JaKo. Wie gesagt: Legitim, aber dennoch ein Kasperltheater.
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